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Website planen: Struktur, Inhalte und Pflege vor dem ersten Klick
Eine Website planen heisst, vor dem ersten Entwurf drei Dinge festzulegen: was Besucher auf der Seite erledigen sollen, welche Seiten es dafür braucht und wer sie nach dem Start pflegt. Wo die Planung im ganzen Ablauf steht, zeigt die [Anleitung vom ersten Inhalt bis zum Livegang](/blog/website-erstellen-anleitung).
Website planen: warum der Haken nicht im Bau liegt
Der Haken zuerst: Die meisten Websites scheitern nicht am Werkzeug, sondern an dem, was vor dem Werkzeug fehlt. Wer eine Seite ohne Plan beginnt, baut die Startseite immer wieder um, weil nach jeder Runde eine neue Idee dazukommt. Die Leistungsseite wächst, bis niemand mehr weiss, was der Betrieb eigentlich anbietet. Und die Kontaktseite bleibt bis zum Schluss ein Formular ohne Antwortzeit, weil die Frage, wer die Anfragen liest, nie gestellt wurde.
Eine Website planen heisst deshalb nicht, ein Design auszusuchen. Es heisst, vorher auf Papier zu entscheiden, was die Seite erledigen soll, welche Seiten es dafür braucht, was auf jeder davon steht und wer sich nach dem Start um sie kümmert. Das ist ein Nachmittag Arbeit. Ohne diesen Nachmittag kostet jeder Umbau später mehr, egal ob eine Agentur, ein Baukasten oder ein Programm den Bau übernimmt.
Der Plan, der dabei entsteht, passt auf eine Seite. Er ist kein Konzeptpapier mit Zielgruppenanalyse, sondern eine Liste, die jede spätere Entscheidung kürzer macht. Wer sie hat, kann mit jedem Werkzeug losgehen. Wer sie nicht hat, sucht sie im Werkzeug und findet sie dort nicht.
Was soll die Website für dich erledigen?
Jede Seite hat eine Aufgabe, und meist nur eine. Eine Fahrschule will Anmeldungen für den nächsten Theoriekurs. Ein Dachdecker will Anfragen mit Adresse und Foto vom Dach, damit das Angebot ohne zweiten Anruf rausgehen kann. Eine Bäckerei will, dass Leute wissen, wann sie offen hat und was es samstags gibt. Ein Coach will, dass jemand einen Termin bucht, ohne vorher zu mailen.
Diese eine Aufgabe schreibst du als ersten Satz in den Plan. Sie entscheidet später alles Weitere: welcher Knopf oben rechts steht, welche Seite von der Startseite aus am schnellsten erreichbar ist, welche Inhalte fehlen dürfen. Ein Handwerksbetrieb, dessen Aufgabe die Anfrage ist, braucht keine Online-Buchung. Ein Yogastudio, dessen Aufgabe die Kursbuchung ist, braucht keine lange Seite über die Philosophie des Hauses.
Schwierig wird es, wenn mehrere Aufgaben gleich wichtig erscheinen. Dann hilft die Frage, was passieren soll, wenn jemand nur eine Sache auf der Seite macht und danach geht. Diese Sache ist die Aufgabe. Der Rest ist Beiwerk und darf im Plan als Beiwerk stehen. Eine Website mit zwei gleichrangigen Zielen zeigt beiden den halben Platz, und Besucher entscheiden sich für keines.
Website Struktur planen: von der Frage zur Seitenliste
Die Struktur einer Website ist die Liste ihrer Seiten und die Frage, welche davon von wo aus erreichbar ist. Sie entsteht nicht aus dem Menü anderer Seiten, sondern aus den Fragen, mit denen Besucher ankommen. Was kostet das. Macht ihr das auch bei mir im Ort. Wann habt ihr Zeit. Wer steckt dahinter. Jede dieser Fragen bekommt eine Seite, und jede Seite bekommt genau eine Frage.
Für einen Dachdeckerbetrieb sieht die Liste so aus:
| Seite | Frage, mit der jemand ankommt | Erreichbar von |
|---|---|---|
| Start | Bin ich hier richtig, und was kann ich jetzt tun | Überall |
| Leistungen | Macht ihr Steildach, Flachdach, Reparatur | Start, Menü |
| Referenzen | Habt ihr so etwas schon gebaut | Leistungen, Menü |
| Anfrage | Wie bekomme ich ein Angebot | Jeder Seite, als Knopf |
| Über uns | Wer kommt zu mir aufs Dach | Menü |
| Impressum, Datenschutz | Wer betreibt die Seite | Fusszeile |
Die dritte Spalte ist die eigentliche Struktur. Sie zeigt, dass die Anfrage von jeder Seite aus erreichbar sein muss, weil sie die Aufgabe der Website ist, und dass die Referenzen an den Leistungen hängen, weil dort die Frage entsteht, ob der Betrieb so etwas kann. Wer die Website Struktur planen will, ohne diese Spalte, bekommt ein Menü, aber keine Wege.
Eine Faustregel für die Tiefe: Was Besucher erledigen sollen, liegt direkt unter der Startseite. Was sie nur nachschlagen, darf eine Ebene tiefer liegen. Alles, was in keine Zeile der Tabelle passt, kommt nicht auf die Seite. Nicht jetzt, und meist auch später nicht.
Welches Tool brauchst du, um eine Website zu planen?
Für die Planung reicht das, was ohnehin auf dem Rechner liegt: eine Tabelle für die Seitenliste, ein Textdokument für die Inhalte je Seite, ein Blatt Papier für die Skizze der Startseite. Wer nach einem Website planen Tool sucht, findet Programme für Sitemaps und Wireframes, und die sind für grosse Projekte mit vielen Beteiligten sinnvoll. Für eine Seite mit einer Handvoll Unterseiten verschieben sie die Arbeit nur vom Denken ins Klicken.
| Schritt | Womit es reicht | Wann ein eigenes Werkzeug hilft |
|---|---|---|
| Aufgabe der Seite | Ein Satz im Textdokument | Nie |
| Seitenliste und Wege | Tabelle mit Seite, Frage, Erreichbar von | Ab mehreren Sprachen oder Bereichen |
| Skizze der Startseite | Papier, Foto davon | Wenn mehrere Leute daran arbeiten |
| Inhalte je Seite | Ein Textdokument, eine Überschrift pro Seite | Wenn Texte von mehreren Personen kommen |
| Bilder und Dateien | Ein Ordner je Seite | Ab grossen Bildmengen |
Die Skizze auf Papier ist der unterschätzte Teil. Sie zwingt dazu, die Reihenfolge festzulegen: Was steht ganz oben, was direkt darunter, wo sitzt der Knopf für die Aufgabe. Eine Skizze, die auf einem halben Blatt Platz hat, lässt sich später in jedes Werkzeug übersetzen. Ein Wireframe mit lauter Feldern beschreibt eine Seite, die niemand zu Ende liest.
Ein Werkzeug für die Struktur ist erst dann nötig, wenn die Tabelle unübersichtlich wird. Das passiert bei Seiten mit Sprachversionen, Kundenbereichen oder Shops mit Kategorien. Vorher ist die Tabelle das bessere Website Struktur planen Tool, weil sie sich mit jedem teilen lässt, der später baut, schreibt oder freigibt.
Inhalte planen, bevor jemand baut
Die Struktur steht, aber leere Seiten lassen sich nicht bauen. Was fehlt, sind die Inhalte, und die sind der Teil, an dem die meisten Projekte hängen bleiben. Nicht weil Schreiben schwer ist, sondern weil niemand weiss, was auf welche Seite gehört. Genau das legt der Plan fest, bevor jemand eine Zeile tippt: für jede Seite die Antwort auf ihre Frage in einem Satz, dazu die Liste der Dinge, die belegt werden müssen.
Für die Leistungsseite eines Dachdeckers heisst das: welche Arbeiten, in welchem Umkreis, mit welcher Vorlaufzeit, und ein Satz dazu, was in der ersten Woche nach der Anfrage passiert. Für die Über-uns-Seite: Namen, Ort, Gründungsjahr, Fotos von echten Leuten statt Symbolbildern. Wie diese Antworten zu Texten werden, die jemand zu Ende liest, steht in der Anleitung zu Website Texten und was auf jede Seite gehört.
Zu den Inhalten zählen auch die Dinge, die niemand als Inhalt sieht: die Betreiberdaten für das Impressum, die Adresse, die Öffnungszeiten, die Preisliste als Datei, das Logo in einer Form, die auf hellem und dunklem Grund funktioniert. Wer diese Sachen vor dem Bau einsammelt, spart sich die Nachfrage-Runde, in der ein Projekt liegen bleibt, weil ein Foto fehlt. Der Ordner je Seite aus der Tabelle oben ist dafür da.
Ein Plan ist fertig, wenn jede Seite in der Liste eine Frage, einen Antwortsatz und einen Ordner mit Material hat. Erst dann lohnt es sich, über Farben, Schriften und das Werkzeug für den Bau zu reden. Vorher ist jede Design-Diskussion ein Gespräch über eine Seite, die es noch nicht gibt.
Wer pflegt die Website nach dem Start?
Die Frage, die in fast keinem Plan steht, entscheidet über die Kosten der nächsten Jahre: Wer ändert die Öffnungszeiten, wenn sie sich ändern. Wer tauscht das Foto, wenn der Lehrling ausgelernt hat. Wer kümmert sich um Hosting, Updates und die Meldung, dass das Kontaktformular seit Dienstag nichts mehr sendet. Der Bau ist der kleinere Posten. Die Pflege danach ist der grössere, und sie hängt davon ab, wie die Seite gebaut wurde.
Es gibt dafür grob drei Wege. Du baust selbst mit einem Baukasten und pflegst selbst, dann steht die Zeit dafür im Plan. Du lässt eine Agentur bauen, dann steht im Plan, was eine Änderung kostet und wie lange sie dauert. Oder du lässt bauen und betreiben, dann steht im Plan, wie Änderungen ablaufen. Ein Beispiel für den dritten Weg ist Melta: Du beschreibst die Idee, bekommst ein Konzept in zwei Teilen, einer Kundensicht ohne Technik und einem Bauplan, gibst frei, und der Bau dauert bis zu 24 Stunden. Änderungen laufen danach per Chat, ohne zweiten Bauauftrag. Wie das im Einzelnen abläuft, steht auf der Seite So funktioniert der Ablauf von der Idee bis zum Go-live.
Welcher Weg passt, hängt davon ab, wie oft sich die Seite ändert und wer Zeit dafür hat. Eine Seite, die nach dem Start nie mehr angefasst wird, gibt es selten. In den Plan gehört deshalb ein Absatz mit der ehrlichen Antwort, wer die Pflege übernimmt und was sie im Jahr kosten darf. Wo dieser Schritt im ganzen Ablauf steht, vom ersten Inhalt bis zum Livegang, zeigt die Anleitung zum Erstellen einer Website.
Website planen: was am Ende auf einer Seite steht
Der fertige Plan hat vier Teile, und alle passen auf ein Blatt. Oben der Satz, was die Website erledigen soll. Darunter die Tabelle mit Seiten, Fragen und Wegen. Dann je Seite der Antwortsatz und der Verweis auf den Ordner mit Material. Unten der Absatz zur Pflege, mit Namen und Budget.
Mit diesem Blatt ist die Website geplant, und der Rest ist Ausführung. Ob ein Baukasten, eine Agentur oder ein Programm daraus eine Seite macht, ändert am Plan nichts. Es ändert nur, wie viele Rückfragen unterwegs kommen. Ein Plan, der die Fragen schon beantwortet, hält jede dieser Runden kurz.
Und wenn sich unterwegs etwas ändert, ändert sich zuerst das Blatt. Wer eine Website planen will, die nach dem Start noch trägt, behandelt den Plan nicht als Vorarbeit, sondern als das Dokument, an dem jede spätere Änderung gemessen wird.
FAQ
Was gehört in einen Plan, wenn du eine Website planen willst?
Die Aufgabe der Seite in einem Satz, die Liste der Seiten mit der Frage, die jede beantwortet, je Seite ein Antwortsatz mit Material, und ein Absatz dazu, wer die Seite nach dem Start pflegt.
Wie planst du die Struktur einer Website?
Schreib die Fragen auf, mit denen Besucher ankommen, und gib jeder Frage eine Seite. Dann legst du fest, von wo aus jede Seite erreichbar ist. Die Seite für die Hauptaufgabe muss von überall erreichbar sein.
Brauchst du ein Tool, um eine Website zu planen?
Für eine Seite mit einer Handvoll Unterseiten reichen eine Tabelle, ein Textdokument und eine Skizze auf Papier. Programme für Sitemaps lohnen sich erst bei Sprachversionen, Kundenbereichen oder Shops mit vielen Kategorien.
Kannst du die Website planen, bevor die Texte fertig sind?
Ja, und das ist der bessere Weg. Der Plan legt je Seite nur die Frage und den Antwortsatz fest. Die ausformulierten Texte entstehen danach, und sie fallen leichter, weil klar ist, was auf welche Seite gehört.
Was passiert, wenn du die Website ohne Plan baust?
Die Startseite wird mehrfach umgebaut, die Leistungsseite wächst ohne Richtung, und Material wie Fotos oder Betreiberdaten fehlt, wenn es gebraucht wird. Jeder dieser Umbauten kostet mehr als der Nachmittag, den der Plan gebraucht hätte.
Themen: Website planen, Website Struktur, Website erstellen, Planung
Quellen
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